Emsland-Ostfriesland September 2017 – Tag 5

Heute morgen ging es nach einem leckeren Frühstück bei strömenden Regen mit dem Auto nach Bensersiel, zum Fähranleger für Langeoog. Bäh, selten so klatschnaß geworden und das auf dem relativ kurzen Stück vom Auto zum Terminal.
Als wir dann aber auf der ziemlich kleinen Fähre sind, hat das Wetter für eine Weile ein Einsehen und es hört auf zu regnen. Die Fahrt rüber nach Langeoog dauert nur knapp 40 Minuten, dann anschließend gibt es noch eine Fahrt mit der Inselbahn zum einzigen Ort der Insel.


Dort angekomen, sind wir ein wenig durch die Straßen geschlendert und haben uns die vielen Bekleidungs- und Souvenirshops angeschaut. Der Ort ist sehr hübsch und hat auch noch viele kleine Häuser aus Backstein und keine Bettenburgen.
Es war schon sehr windig und es hat auch immer wieder geregnet. Aber es gab durchaus auch längere Abschnitte ohne Regen.
Zunächst sind wir immer geradeaus zum Wasserturm gegangen.

Von dort oben gibt es einen wunderbaren Blick auf Strand und Meer. Diese Häuser, die wie englische Strandhäuser aussehen, gibt es auch:

Es scheinen wohl viele Brautpaare zu diesem Turm hoch zu laufen. Wovon diese vielen Schlösser zeugen:

An der Umzäunung einer Aussichtsplattform. Die Leute sind schon ein wenig bekl…. seltsam.

Kommen wir nun zur berühmtesten Einwohnerin Langeoogs:


Na, erkannt? Nein? Das ist ein Denkmal zu Ehren Lale Andersens, die von 1943 bis kurz vor ihrem Tod auf Langeoog lebte und dort beigesetzt wurde. Die Statue erinnert mit der Laterne natürlich auch an ihr berühmtestes Lied Lili Marleen.
Nun wollte ich doch noch ihr Grab auf dem Dünenfriedhof besichtigen.
Aber so ein langer Marsch ist nix für mein Schatzi und ihr Knie. Deswegen habe ich sie mit den Ostfriesischen Nachrichten in einem Eiscafé, also davor, geparkt, wo sie sich dann von Spatzen belästigen lassen konnte.
(Ach ja, wir waren vorher noch in einer anderen Eisdiele und haben dort ein Eis probiert. Aber trotz des Namens Eis Boutique war das nicht so lecker.)

Ich habe mich dann auf den Weg gemacht. Jau, war schon ordentlich was zu laufen. (Für die Wandertanten unter Euch ist das natürlich ein Klacks: 20 Minuten pro Weg.)
Womit ich allerdings nicht gerechnet hatte, ist, dass Lale Andersens Wohnhaus das zweitletzte Haus vor dem Dünenfriedhof ist:

Schick was? Dort in der Straße stehen übrigens nur zwei Häuser mit Reetdach. Das letzte Haus vorm Friedhof ist auch reetgedeckt.
Das Lale-Andersen-Haus ist auch als Ferienhaus zu mieten. Üppiger Preis für üppige Ausstattung.
Und dann war ich endlich auf dem Friedhof. Wunderschön.

Irgendwie ist die Schönheit dieses Friedhofs auf Bildern gar nicht zu erfassen. Das liegt vielleicht auch daran, dass es dort so still ist. Nur das Rauschen des Windes in den Bäumen und von Ferne das Meer sind zu hören (wenn nicht gerade Bauarbeiter da sind). Und das ist Lale Anderesen Grab:

Sehr schlicht. Find ich gut.
Ich habe mich noch ein wenig umgeschaut. Es gibt dort unter anderem noch eine Gedenkstätte für die sowjetischen Kriegsgefangenen, die auf Langeoog einen neuen Luftwaffenstützpunkt bauen mussten und dabei zu Tode kamen und eine Balten-Gedenkstätte für die verstorbenen Bewohner eines Altenheims auf Langeoog.

Zurück bei Schatzi beschlossen wir dann, wieder zum Festland zu fahren, beim Fisch-Albrecht zu essen und dann zum Hotel zurückzukehren.
Gesagt, getan. Das war jetzt auch genug Rumreisen in Ostfriesland.
Morgen geht es zu meiner Familie, deswegen beende ich hiermit die Berichterstattung von unserer Reise.
Bis zum nächsten Mal.

Emsland-Ostfriesland September 2017 – Tag 4

Heute morgen ging es zu unsrer nächsten Station hier in Ostfriesland: Esens.
Und bei unserem ersten Zwischenstopp sahen wir das hier:


Nein, wir sind nicht schon wieder bei den Skulpturen in Münster. Das hier ist der Sous-Turm auf dem Marktplatz in Aurich, geschafffen vom Künstler Albert Sous aus dem allseits bekannten Würselen! (Ehrlich gesagt, ich kann verstehen, dass die Auricher das Teilchen Tauchsieder nennen.)

Aber es gibt ja noch andere nette Dinge in Aurich. Zum Beispiel die Markthalle, deren Außenwände doch recht witzig geschmückt sind:

und in der es auch lecker Sachen gibt, wie zum Beispiel Käsebrote, guten Kaffee und das hier:

Netterweise für Plattdeutsch-Unkundige mit hochdeutscher Übersetzung.
Wunderbar lecker. Das haben die Wikinger von Lorenz Bäcker Viktorbur dann doch ganz gut gemacht.
Leider hatten wir bei der Ankunft in Aurich Pech mit dem Wetter. Es regnete in Strömen. Da mussten wir doch noch einen zweiten Schirm kaufen. Und wir hatten auch den schlechtesten Kaffee seit Dublin und das in einem italienischen Eiscafé!

Anschließend ging es weiter nach Esens. Ich bin immer wieder erstaunt, wie schnell wir hier im nächsten Ort sind. Auf der Straßenkarte sieht das immer wieder so weit auseinander aus. Dabei stimmt das gar nicht.
Wir haben dann ins Hotel eingecheckt. Dieses Mal haben wir ein großzügiges Zimmer, sogar mit Sitzgruppe und Balkon. Schick!
Da es ja noch früh war, sind wir aber weiter zur Touristen-Info gefahren, um uns einen Stadtplan zu holen und haben uns dann auf den Weg nach Bensersiel gemacht, da uns die junge Dame in der Tourist-Info erzählt hatte, das gerade das Wasser da ist.
Und was sage ich Euch, es war da!


Ja, okay, das sieht jetzt weit weg aus. Aber das stimmt nicht, das ist nahe bei. Das im Vordergrund ist Strand und kein Watt. Wir waren halt nicht auf dem Strand, sondern nur kurz hinterm Deich. Bei diesem schicken Strandfahrzeug ist das Wasser ein wenig näher:


Der holt bestimmt grad ein Kilo Watt. hehehe 🙂

Und pustig war’s, wie unsere Freundin, die Tänzerin, das immer so schön nennt:

Aber schön und wunderbare Luft. Und es hat mal eine ganze Zeitlang nicht geregnet. Auch wenn’s ein wenig frisch war. Aber das macht nix. Besser als schwitzen.

Im Souvenirshop habe ich dann auch noch zwei schicke T-Shirts gefunden. Auf dem einen steht das hier:

Nein, das Shirt sieht nicht aus wie eine Fußmatte. Nur die Begrüßung ist die gleiche.

Auf dem Weg über Neuharlingersiel (nicht so spektakulär) nach Carolinensiel hielten wir dann ganz spontan an einem
Hofladen an. Bisher hatten wir davon noch nicht so viele gesehen. Dort gab es Obst, Gemüse, Fleisch, Nudeln, Backmischungen und anderes. Wir haben lecker Pflaumen, ein paar Tomaten und Salbeinudeln gekauft.

Carolinensiel ist ein hübscher kleiner Ort mit einem Museumshafen, in dem alte Schiffe liegen. Dort war es schon ein wenig wuseliger. Links und rechts der Hauptstraße gab es jede Menge Souvenirläden, Gaststätten und Bekleidungsgeschäfte mit Klamotten für Wind und Wetter.
Einiges in den Souvenierläden war schon extrem kitschig:

Anderes war einfach süß:

Aber es gab auch Geschäfte mit hochwertigen Produkten, so wie das hier:

Im Teekutter hatten sie sogar eine

Schlickern ist das plattdeutsche Wort für Süßigkeiten naschen. Und Süßigkeiten gab es da in großer Auswahl. Aber natürlich auch Tees, Kekse, hochwertige Souvenirs und Pflegeprodukte. Ein wunderbarer Laden.

Nebenan im Eisstübchen haben wir dann erst mal einen Windbeutel mit Kirschen und Sahne und Kaffee/Cappuccino genossen. Sehr gut. Für Eis war es denn doch ein wenig kalt.
Ich bin dann ein wenig durch die Geschäfte gestreunert. Irgendwie sind die ja völlig faszinierend, auch wenn da häufig so viel Schund angeboten wird. Es muss aber wohl Leute geben, die das kaufen, sonst würde das doch nicht da stehen, oder?

Zum Abendessen sind wir dann einem Tipp der jungen Dame aus der Touristen-Info in Esens gefolgt und nach Harlesiel, das zu Carolinensiel gehört, gefahren. Dort gibt es nicht nur viele Ferienwohnungen und einen Yachthafen sondern auch die Küsten-Räucherei Albrecht.

Na, das war mal eine Super-Empfehlung! Fisch noch und nöcher!


Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt. Wir konnten uns kaum entscheiden.
Haben wir dann letztendlich doch und es keine Sekunde bereut. Es war einfach nur köstlich. Der Laden war ziemlich voll und wir haben uns dann zu einem älteren Ehepaar an den Tisch gesetzt. Wir kamen ins Gespräch und da stellte sich heraus, dass die beiden aus Wuppertal kommen, sich aber vor über 50 Jahren in Frankfurt kennengelernt haben.
Witzig.

Das reicht jetzt aber für heute. War lang genug. Für morgen haben wir uns Karten zur Überfahrt nach Langeoog geholt. Da müssen wir früh aufstehen. Bis dann.

Emsland-Ostfriesland September 2017 – Tag 3

Heute kommt der Beitrag von Schatzi2

Haben gut geschlafen, passabel gefrühstückt, und der Himmel meint es -wenn auch nur knapp- gut mit uns (bewölkt, aber trocken). Heute wollen wir nach Emden und an die westliche Nordseeküste. Die leider ungünstige Lage unseres derzeitigen Aufenthaltortes Ditzum erlaubt nur zwei Möglichkeiten, nach Emden zu kommen:
a) Autofähre über den Dollart (stündlich, Kapazität für 3 Autos) zu einem Vorort von Emden
b) zurück bis nach Leer, durch den Emstunnel durch den Dollart, dann ca. 20 km auf der A31 nach Emden
Wir wählten b) und kamen reibungslos durch viele Baustellen in Emden an. Die berühmte Kunsthalle Emden war leicht zu finden.

Sie beherbergt zu ca. 50% die Kunstsammlung des Verlegers Henry Nannen und zeigt zur anderen Hälfte Wechselausstellungen – derzeit die Ausstellung „Das Auto in der Kunst“. Zunächst haben Schatzi und ich ein wenig gegrummelt und hätten uns eine andere, für uns interessantere Ausstellung gewünscht, aber….. zugegebenermaßen war die Ausstellung spannender als gedacht – und überdies von einer Frau kuratiert.

Das zentrale Werk hieß Goethes Reisekutsche, Adenauers Mercedes und mein Smart von der deutschen Künstlerin Asta Gröting.

Zu sehen ist, was der Titel verheißt: Die Unterseite von Goethes Kutsche, die Unterseite von Adenauers Mercedes und die Unterseite des SMARTS der Künstlerin.
So wird auf skurrile Weise die „Geschichte der Mobilität“ gezeigt.

Interessant war auch ein Video von Zilla Leutenegger – ein Thunderbird, der auf dem Mond rumrast und -röhrt, mit der schönen Erde im Hintergrund.

Ansonsten gab es noch Warhol, Gerhard Richter, Gursky und andere Berühmtheiten, die Werke zum Thema „Auto“ fabriziert hatten. Auch ein Bild von Tamara de Lempicka war dabei.

Die Daueraustellung zeigte neben Gabriele Münter, Paula Modersohn-Becker und Sonia Delaunay-Terk auch Macke, Chagall, Kirchner und Konsorten.

Alles in allem: Ein sehr interessanter und inspirierender Kunstort mit spannenden Themenausstellungen und sehenswerter Dauersammlung.

Am frühen Nachmittag fuhren wir -zumindest geographisch- an der Küste entlang in das bekannte Hafenstädtchen Greetsiel (die einen schwärmen davon, die anderen schimpfen es total touri-überlaufen). Um das Meer zu sehen mussten wir uns -wie ich fand- über Gebühr anstrengen: 5 km von der Straße abfahren, Damm hoch und – wat is ? Watt is- nix mit Wasser oder Watt mit Wasser weit weg. Der Leuchtturm Campen (der höchste Deutschlands, aber hässlich da Stahlkonstruktion) hat mittwochs geschlossen. Am Damm bauen riesige Bagger und Raupen was auch immer. Zum rot-gelb gestreiften Leuchtturm Pilsum (dem Traum-Hochzeitsort aller maritim-affinen Paare) musste man ca. 1 km vom Parkplatz aus laufen.

Die Toilettenhäuschen am Parkplatz waren fest verschlossen und weit und breit war kein potentieller Schlüsselträger zu finden. Na ja, ich liebe Leuchttürme, aber diese beiden haben sich wohl nicht auf meinen Besuch gefreut – anders als andere vor ihnen.

Greetsiel war hübsch, erinnerte uns ein wenig an Warnemünde in kleiner: ausgeprägte touristische Infrastruktur, netter Hafen mit Fischerbooten.

Beide haben recht: die Schwärmerinnen und die Schimpferinnen. Wir aßen ein Fischbrötchen und eine Waffel mit sehr gutem Eis.

Ein schwerer Regenschauer fesselte uns ca. eine halbe Stunde lang an die Cafe-Stühle.

Zurück in Ditzum entdeckten wir einen alten Kramladen mit Souvinirs, Zeitschriften, Süßigkeiten und mehr Kram. Die alte ostfriesische Dame konnte kaum hochdeutsch sprechen, und die Preise waren unglaublich niedrig. Im Supermarkt kauften wir drei verschiedene Sorten ostfriesischen Tee. Abendessen in einem anderen Fischrestaurant als gestern war sehr lecker.

Morgen geht’s über Aurich in unser nächstes Hotel in Esens (im Norden von Ostfriesland).

Mein bisheriger Eindruck von Ostfriesland:
„weerich“ – ja, Schatzi würde dazu weerich sagen. Ostfriesland sträubt sich, zickt rum, lässt sich schwer „liebgewinnen“ – anders als das „Alte Land“ südlich von Hamburg oder Rügen. Nein, ich könnte die Ostfriesen nun wirklich nicht überbrodelnd gastfreundlich nennen. Nein, auch der Begriff „kundenorientiert“ fände ich unpassend. Der Spruch „Wasch mich, aber mach mich nicht nass“ kam mir in den Sinn… „Bringt uns Geld, aber behelligt uns nicht“ – jaaaa, das passt leider öfter Mal. Aber, natürlich gibt es -wie überall- freundliche, gesprächige, hilfsbereite Menschen hier… Ob das allerdings Einheimische sind…. ?????

Emsland-Ostfriesland September 2017 – Tag 2

Moin. Heute gibt es mal keine Fotos. Es gab nicht viel zu fotografieren. Das Abendessen heute hat zwar sehr lecker geschmeckt, aber wirklich fotogen war es nicht.
Aber von vorn.

Nach einer ruhigen, warmen Nacht gabe es heute morgen ein gutes Frühstück im Hotel in Bad Bentheim. Das einzig nicht so schöne war der Mangel an Personal. Es war kaum einmal jemand zu sehen und dann wurde auch noch von den Gästen erwartet, dass sie hinterher ihr Geschirr mithilfe eines Tabletts selbst abräumen. In einer Jugendherberge/einem Hostel kann ich das ja noch verstehen. In einem Hotel dieser Preisklasse finden wir das aber unangemessen.

Danach ging es dann über die A31 nach Lingen und von dort nach Bawinkel.
Lingen ist den allermeisten wahrscheinlich nur durch das Atomkraftwerk bekannt. Aber die Stadt ist recht hübsch und hat eine gute Fußgängerzone.
Schatzi und ich haben dort diverse Einkäufe für die Hochzeit meines kleinsten Bruders am nächsten Samstag und für den Geburtstag meiner Mutter im Oktober gemacht.
In einer Eisdiele haben wir auch noch Kaffee und Cappuccino getrunken, aber für Eis war es uns dann um halb elf vormittags doch noch ein wenig zu früh.
Dann ging es über die B213 nach Bawinkel.
Die armen Bawinkler sind ja schon irgendwie gestraft. Da gibt es in der Nähe die A30 und A31 und trotzdem brettern täglich die LKW auf ihrem Weg von oder nach den Niederlanden durch ihren Ort. Da merkt frau so richtig die Absurdität, dass die Autobahnen mit LKW-Maut belegt sind, die Bundesstraßen aber nicht. Die Ortschaften entlang der Bundesstraßen werden zugenebelt mit enormen Abgasen und die Autobahnen in der Nähe sind total leer. Da kann frau nur den Kopf schütteln.
Bawinkel hat durchaus etwas Infrastruktur und ist in den letzten Jahren ziemlich gewachsen. Allerdings muss ich gestehen, dass ich bestimmt 30 Jahre nicht mehr dagewesen bin. So ist dass immer mit der lieben Verwandtschaft. Wenn die Kinder erwachsen sind, wird der Kontakt doch schwächer.

Vom Besuch bei meiner Verwandtschaft berichte ich jetzt nix.

Am frühen Abend fuhren wir weiter zu unserem nächsten Ziel: Ditzum im Rheiderland gelegen.
Im kleinen, aber durchaus feinen Hotel am Fischerhafen haben wir Quartier bezogen, nachdem wir uns noch in einem Supermarkt mit Getränken und Snacks versorgt hatten.
Da es schon recht spät war, sind wir nur noch über eine kleine Fußgängerbrücke zum Hafen gegangen und haben im Restaurant Altes Haus am Siel eine leckere Fischpfanne für zwei mit verschieden Fischarten, Senfsauce, Speckbohnen, Brat- und Salzkartoffeln gegessen. Wirklich sehr gut, aber halt farblich nicht so schön. Auf der Homepage des Restaurants gibt es ansehnliche Fotos, die durchaus der Realität entsprechen. Einfach mal anschauen.

Morgen kann ich hoffentlich dann noch ein paar Fotos von Ditzum liefern. Aber drückt uns mal die Daumen, dass es nicht so heftig regnet, wie vorhergesagt.

Emsland-Ostfriesland September 2017 – Tag 1

Ja, ja, Schatzi und ich sind mal wieder unterwegs. Diesmal geht es in den Nordwesten Deutschlands. Die Nordseeküste steht auf dem Programm.
Heute morgen sind wir mit dem IC nach Münster gefahren und dann mit dem CarSharing-Auto nach Bad Bentheim.
Wir hatten ja ein ziemlich aufregendes Wochenende hinter uns. Wie Ihr vielleicht mitbekommen habt, wurde letzte Woche in Frankfurt ein ziemlicher Oschi von Weltkriegsbombe gefunden: 1,8 Tonnen schwer! Und da gab es eine Evakuierung in einem Umkreis von 1,5 Kilometern um die Bombe herum. Und? Wer wohnte genau am Rande dieser 1,5 Kilometer? Genauer gesagt: 1,49 Kilometer entfernt? Genau, Schatzi und ich.
Das hieß also: Sonntag morgen um 8 Uhr müssen wir aus dem Sperrgebiet raus sein und können wahrscheinlich erst abends um 20 Uhr wieder zurück in die Wohnung. Ah, was machen wir nur 12 Stunden lang?
Es ist schon sehr erstaunlich, wie schwierig es ist, sich zu überlegen, wohin zu gehen, fahren etc., wenn lesbe raus muss und nicht jederzeit zurückkehren kann. Das hätten wir nie gedacht. Es kamen Vorschläge von allen Seiten.
„Fahrt doch einen Tag früher in Urlaub.“
Ach ja? Würdet Ihr das auch tun, wenn die Gefahr besteht, dass in Eurer Wohnung die Fenster rausfliegen?
„Ihr könnt gerne zu uns/zu mir kommen.“ Ja, schon wir sind Eure Freundinnen. Aber wollt Ihr wirklich, dass wir 12 Stunden in Eurer/Deiner Wohnung aufeinander hocken?
„Geht doch ins Museum. Geht doch ins Kino. Macht doch einen Ausflug.“
Irgendwie war das alles nicht das Richtige.
Als wir dann entdeckten, dass einige Hotels Zimmer für Evakuierte zum Sonderpreis anbieten, haben wir uns sofort dafür entschieden. Und so ging es am Samstag abend ins Hotel. Wir mussten am Sonntag nicht früh aufstehen, konnten in aller Ruhe ausschlafen und gemütlich bis 12 Uhr frühstücken und dann bis 16 Uhr weiter im Zimmer die Berichterstattung zur Entschärfung verfolgen. Wir wären doch nicht in der Lage gewesen, uns auf irgendetwas anderes zu konzentrieren. Außerdem hatten wir noch Gesellschaft. Zwei Freundinnen von uns wohnten auch im Sperrgebiet und haben auch im gleichen Hotel übernachtet. So konnten wir wenigstens beim Frühstück über anderes reden, aber eben auch über die Evakuierung und Entschärfung der Bombe.
Als dann ein paar Hirnis meinten, sie müssten sich im Evakuierungsgebiet verstecken, hatten wir schon die Befürchtung, erst um Mitternacht wieder nach Hause zu kommen. Dieser Geltungsdrang (wahrscheinlich wollten die einfach ins Fernsehen oder die sozialen Medien kommen) auf Kosten Zehntausender ist schon ziemlich bescheuert.
Zum Glück mussten wir dann nur noch bis viertel nach sieben ausharren. Dann durften wir endlich wieder zurück.
Selten war ein Heimweg so schön!

Nun aber zurück zur Reise.
Es war schon eine ziemliche Kurverei von Münster nach Bad Bentheim. Wir hatten so schön geplant, ganz gemütlich über die Land- und Bundesstraßen zu fahren. Womit wir aber nicht gerechnet hatten, waren die vielen LKW und PKW, die hier unterwegs sind. Da ist die Nähe zu den Niederlanden doch sehr zu spüren. Nachdem wir immer wieder hinter LKW hergetuckert waren und ständig vor roten Ampeln standen, sind wir dann doch auf die Autobahn gefahren.
Und dann kommen wir in Bad Bentheim an und der Weg zum Hotel Bentheimer Hof ist eine Baustelle!!!
Wir mussten einen ziemlichen Umweg fahren, denn zwischen uns und dem Hotel lag auch noch der Bahnhof der Stadt.
Endlich angekommen. Das Hotel sieht ganz hübsch aus und das Zimmer ist auch durchaus ganz nett. Allerdings ist das Personal etwas langsam. Sie wirken alle ein wenig weggetreten. (Zuviel mit dem Schlaufon gespielt??? 🙂 )
Na, es ist ja nur für eine Nacht.
Wir sind dann zu Fuß in die Stadt gelaufen, damit wir nicht wieder den Umweg nehmen mussten.

Hier sind wir entlang gelaufen:

und dann ging es durch den Schlosspark:

Oh, guck mal Schatzi! Bad Bentheim hat sich für unsere Ankunft mit unseren Lieblingsfarben geschmückt! Rot und Gelb!


Nein, war natürlich nicht für uns, denn von Ferne hörten wir Marschmusik. Und dann sahen wir das Schild: 9 Tage Schützenfest! Ah! Und wir etwa mittendrin???!?!
Jau, kaum hatten wir den halben Park durchquert, zog plötzlich ein Umzug mit Kutschen und Musikkapellen an uns vorbei:


Letzeres war übrigens eine Kapelle von der Insel Jersey. Cool!

Wir sind dann weiter an der Burg vorbei in die Fußgängerzone gelaufen und haben da eine Eisdiele mit Bauernhof-Eis aus Holland entdeckt. Lecker war das!
Unterhalb der Burg haben wir zu Abend gegessen. War ganz gut, aber nicht überwältigend.
Auf dem Rückweg zum Hotel haben wir dieses Hinweisschild gesehen:


Und wo bitte geht es nach Mit? 🙂

Und hier noch der Bentheimer Kommentar zur Baustelle:


Hihihihi!

Dann ging es zurück zum Hotel. Dort gab es noch einen Kaffee und einen Cappuccino und morgen geht es dann weiter nach Ditzum mit einem kleinen Abstecher über den weltbekannten Ort Bawinkel. 🙂

Ein Ausflug an den Bodensee – Teil 2

Es fehlt ja noch der zweite Teil des Reiseberichts. Hier ist er nun:

Der Samstagmorgen fing leicht hektisch an. Denn ich hatte vergessen, an unserem Handy (ja, ich meine Handy, dieses Ding, das nur telefonieren und simsen kann) die Uhrzeit wieder auf deutsche Zeit umzustellen. Wir hatten es ja zuletzt in Irland und Schottland als Wecker benutzt und prompt haben wir verschlafen und hätten beinahe kein Frühstück mehr im Hotel bekommen. Ja, ja, ich weiß, mit einem Schlaufon, dass ständig an ist und die Uhrzeit permanent über das Internet oder sonstwie aktualisiert, wäre das nicht passiert. Aber das allein ist kein Grund, ständig auf Empfang zu sein und aller Welt immer mitzuteilen, wo wir gerade rumhängen. Die, die es wissen sollten, wissen es auch so und alle anderen geht es nix an.

Dann haben wir uns ins Auto gesetzt und haben die Gegend erkundet. Zunächst ging es nach Wangen im Allgäu, einer kleinen, schnuckeligen Stadt mit vielen Toren und bemalten Häusern. Wir parkten am Rande der Altstadt und sind dann zu Fuß durch das Martinstor in die Altstadt gelaufen. Am Saumarkt war gerade Wochenmarkt. Wir haben uns da ins Café Saumarkt gesetzt und einen Cappuccino bzw. einen Eistee Gurke getrunken.
Ansschließend sind wir noch ein wenig herumgelaufen. Unter anderem auf der Herrenstraße, an deren Ende sinnigerweise das Frauentor steht.

Nach einem langweiligen Eis und dem Kauf von ein paar Hemden für mich sind wir wieder zum Auto gegangen, denn wir wollten noch nach Langenargen und Hagnau fahren.

In Langenargen wollten wir das Schloß Montfort besichtigen, das direkt auf einer kleinen Halbinsel im Bodensee gelegen ist. Aber leider, leider war dort geschlossene Gesellschaft – sprich: eine Hochzeitsgesellschaft. Und so konnten wir dort keinen Kaffee trinken.
Also, wieder ins Auto und Richtung Hagnau. Bei unseren letzten beiden Aufenthalten am Bodensee hatte wir ja jeweils im Hotel Der Löwen gewohnt und wir hatten den Ort noch in recht positiver Erinnerung. Besonders der Bereich am Hafen hatte es uns angetan.

Um nach Hagnau zu kommen, mussten wir durch Friedrichshafen durch. Nein, das ist nicht so gemeint, wie es klingt. So schlimm ist eine Durchfahrt von Friedrichshafen jetzt auch nicht. Und außerdem: wären wir da nicht durchgefahren, hätten wir ja das Plakat nicht gesehen:


Also, das hier stand natürlich nicht am Straßenrand, wie ihr Euch vielleicht schon gedacht habt. Aber ein ähnliches.
Im Vorbeifahren hatten wir nur Star Trek und Mr. Spock erkannt, aber nicht das was, wann, wie und warum.
Deshalb: an der nächsten Möglichkeit gewendet und nochmal am Plakat vorbei:
Star Trek – 50 Jahre Raumschiff Enterprise. Eine Ausstellung im Dornier-Museum in Friedrichshafen, jetzt verlängert bis zum 8. September 2017.
Nein, wie cool ist das denn! Da fahren wir einfach mal so durch die Gegend und dann kriegen wir auch noch die Gelegenheit eine Star Trek-Ausstellung anzugucken!
Wir also nichts wie hin.
Gleich im Eingangsbereich werden wir von der Crew begrüßt:


Lt. Uhura! Yeah!

Die eigentliche Star Trek-Ausstellung nahm zwar nur einen kleinen Teil der Ausstellungsräume ein, aber sie war gut gemacht und es gab jede Menge zu entdecken. Modelle der Enterprise, Kostüme, Masken, Fotos, einen Replikator und einen Teil der Kommandobrücke der Enterprise, wo Schatzi und ich natürlich sofort das Schiff übernahmen:

Aber natürlich konnten wir uns nicht damit zufrieden geben, nur Zulu und Checkov zu ersetzen. Schatzi gehörte selbstverständlich auf den Stuhl des Captains:


wobei sie dann natürlich gleich in einer virtuellen Simulation die Enterprise in die Luft gejagt und sich selbst auf die ISS gerettet hat. Ja, so isse halt. 🙂

In der Ausstellung waren auch noch Exponate von tatsächlichen Erfindungen zu sehen, die teils durch Star Trek inspiriert wurden: der Tablet-Computer, Handys, 3-D-Drucker. Ein Space Shuttle war auch ausgestellt.

Es war wirklich eine tolle, kleine Ausstellung. Durchaus empfehlenswert. (Ich habe jetzt übrigens herausgefunden, dass ein Deutscher, Martin Netter, die größte Sammlung von Star Trek-Requisiten hat und diese Requisten für Ausstellungen in aller Welt verleiht. Vielleicht sollten wir irgendwann mal nach Bad Münder bei Hannover fahren und uns diese Sammlung anschauen.)

Die Ausstellung der Dornier-Flugzeuge haben wir uns aber nicht mehr so genau angeschaut. Stattdessen haben wir auf der Terrasse des Museums noch was getrunken und dabei innerhalb von 30 Minuten zwei Zeppeline, einen Segelflieger, eine kleine Linienmaschine und einen Hubschrauber starten bzw. landen sehen. Das ist doch auch mal was, oder?

Weiter ging es nach Hagnau. Dort gerieten wir in den Seelauf, was uns aber nicht weiter störte, denn sehr viele TeilnehmerInnen schien dieser Lauf nicht zu haben und viele Zuschauer irgendwie auch nicht. Etwas seltsam.
Na gut. Wir haben jedenfalls im Löwen Kuchen gegessen und sind dann zum Hafen runtergelaufen, um uns ein wenig durchwinden zu lassen. Es war nämlich auch an diesem Tag wieder ziemlich warm.
Auf dem Weg zurück zum Auto kamen wir noch an einem Eisladen vorbei, an dem ziemlich viele Menschen anstanden. Da mussten wir auch gleich probieren. Allerdings wurde uns mal wieder bewiesen, dass viele Menschen nicht immer ein Zeichen für gute Qualität bedeutet. Das Eis schmeckte tatsächlich nach gar nichts. Egal welche Sorte: einfach geschmacklos. Das muss einer auch erst mal hinkriegen!

Wir machten uns dann auf den Weg zurück nach Oberreitnau und wollten unterwegs dann noch irgendwo zu Abend essen.
In Wasserburg hatten wir riesiges Glück. Wir fanden eulenspiegelcafé, kultur, laden.

Und dort gab es lecker Essen aus der Region in ungewöhnlicher Kombination mit Live-Musik und einem idyllischen Außenbereich. Na, das war doch mal wieder wunderbar! So gefällt uns das Reisen!
Bis zur nächsten Tour dann.

Ein Ausflug an den Bodensee – Teil 1

Manchmal sind Schatzi und ich ja schon ein wenig verrückt. Da sehen wir am späten Samstagabend in der österreichischen Kultursendung LEBENS.ART einen Beitrag über die Malerin Xenia Hausner und schon setzen wir uns um halb zwei Uhr nachts vor den PC und suchen nach einer Ausstellung von ihr.
Prompt haben wir eine gefunden: im Schloß Achberg am Bodensee. Genauer gesagt: zwischen Lindau am Bodensee und Wangen im Allgäu. Keine dreiviertel Stunde später hatten wir uns einen Termin ausgewählt, Bahnfahrkarten und Hotel rausgesucht und das CarSharing-Auto vorreserviert.
Und das Beste dabei war ja noch: diese Ausstellung umfasste nicht nur Bilder von Xenia Hauser sondern von weiteren 18 (!) Malerinnen der Gegenwart.

So ging es denn Ende Juni mit dem Zug nach Lindau und von dort mit dem Auto nach Oberreitnau zu unserem Hotel. Das Gasthaus Ziegler, das wir uns ausgesucht hatten, war allerdings um die Uhrzeit, als wir ankamen, noch in der Mittagspause. Wir beschlossen daher, schon mal den Weg zum Schloß Achberg zu erkunden, damit wir am Samstag morgen nicht noch groß herumirren würden.
Allerdings war die Vorerkundung gar nicht nötig gewesen. Durch die malerische allgäuische Landschaft kurvend, haben wir das Schloß ziemlich rasch gefunden. Oder sollte ich sagen: den Waldweg dorthin? Na, wenn wir schon mal da sind und es ist ja noch Zeit, gehen wir doch einfach gleich und sofort in die Ausstellung. Gesagt, getan.


Ist das nicht idyllisch??? Jau, schon, aber auch ziemlich steil. Wir hatten ja jetzt gar nicht damit gerechnet, auch noch durch den Wald stiefeln zu müssen und hatten dementsprechend auch Sandalen an. Na gut, wir haben es ja so gewollt.
Bald entdeckten wir auch die Fahne am Tor zum Schloss, die auf die Ausstellung entfesselt! – Malerinnen der Gegenwart hinwies.

Das Schloß an sich ist sehr hübsch und vor allen Dingen war es wunderbar kühl da drinnen. Denn leider war es hier in der Nähe des Bodensees temperaturmäßig nicht viel besser als in Frankfurt.

Hier ein Bild aus dem Inneren des Schlosses:

Auf drei Stockwerke verteilt hingen die Bilder der Künstlerinnen in kleinen und größeren Räumen und auf den Fluren.
Sie waren vom Kurator der Ausstellung verschiedenen Themen zugeordnet worden.

Und jetzt kommt leider eine doofe Nachricht: die Bilder in der Ausstellung durften nicht fotografiert werden. Deswegen kann ich Euch nur Links zu den Künstlerinnen zur Verfügung stellen:

Cornelia Schleime
Isabelle Dutoit
Xenia Hausner
Alex Tennigkeit
Zohar Fraiman
Justine Otto
Kathrin Landa
Verena Landau
Marianna Krueger
Franziska Guettler
Rosa Loy
Sarah Schumann
Eva Schwab
Christa Näher
Marlene Dumas
Miriam Vlaming
Cecily Brown
Stephanie Dost
Katharina Immekus (leider keine brauchbare Internetseite gefunden)

Viele dieser Künstlerinnen sind übrigens im MalerinnenNetzWerk Berlin-Leipzig. Es lohnt sich sehr, diese Seiten ebenfalls anzuschauen!

Falls Ihr Euch die Zeit genommen habt, ein paar der Seiten anzuschauen, ist Euch bestimmt aufgefallen, wie vielfältig die Bilder sind. Es war eine wirklich tolle Ausstellung in wirklich tollen Räumen. Wäre schön, wenn die Ausstellung noch an anderen Orten so oder so ähnlich gezeigt werden würde.

Und ein andern Mal erzähle ich Euch davon, welche aufregende Entdeckung wir dann am Samstag gemacht haben.

Irland-Schottland Frühjahr 2017 – Tag 8

An unserem letzten Tag der Rundreise ging es heute nach Edinburgh. Bevor es in die Stadt reinging, haben wir an einem Aussichtspunkt gehalten, von dem aus die drei Brücken über den Firth of Forth zu sehen sind. Eine Brücke aus dem 19. Jahrhundert, eine aus dem 20., und eine aus dem 21. Jahrhundert, die 2018 eröffnet werden soll. Das ist jetzt nicht wirklich so spannend, aber irgendwie gehört das bei Edinburgh-Besichtigungen immer dazu.

Wir sind dann weiter mit dem Bus in die Stadt hineingefahren und haben am Charlotte Square gehalten. Dort ist unter anderem der Sitz des schottischen First Ministers. Zurzeit ist das Nicola Sturgeon.
Ob die Erste Ministerin zuhause war oder nicht, konnten wir leider nicht feststellen. Aber ich vermute mal, eher nicht, denn es war keine Polizei weit und breit zu sehen. Wer weiß, vielleicht stehen da ja nie sichtbar Polizisten. Die Briten sollen ja viele Polizisten in Zivil einsetzen.
Schatzi und ich haben uns dann zu diesem Zeitpunkt von der Gruppe abgesetzt. Wir waren ja schon einmal in Edinburgh und wollten deshalb die Stadtrundfahrt nicht mehr mitmachen. Der Reiseleiter hat uns noch gesagt, wo nachmittags der Bus stehen würde und die Handynummer von Simon, unserem Busfahrer, hatten wir auch bekommen, sodass wir zur Not nochmal hätten anrufen können.

Simon ist übrigens ein sehr netter Busfahrer, der von uns mit ziemlich vielen Fragen über das Leben in Großbritannien gelöchert wurde. Er selbst kommt aus Newcastle, das zu England gehört, aber nur gut anderthalb Stunden von Edinburgh entfernt liegt. Wir waren allerdings sehr erstaunt, dass er noch nie in Glasgow gewesen war. Wahrscheinlich ist das auch wieder so ein Fall von: was soll er da? Als Busfahrer war er bisher meistens in Südengland unterwegs. Erst seit neuestem macht er auch Schottland.
Unser Reiseleiter hat sich heute von uns verabschiedet. Er flog heute noch nach Dublin zurück, um die nächste Gruppe in Empfang zu nehmen. So dolle vermissen werden wir ihn aber wohl nicht. 🙂

Als erstes haben Schatzi und ich auf der High Street, die Teil der sogenannten Royal Mile ist, ordentlichen Kaffee bei einer großen amerikanischen Kaffeehauskette getrunken. Der Kaffee hier in Schottland ist nun auch nicht wirklich der Brüller. Es ist halt doch zu merken, dass in Großbritannien und Irland eher Tee getrunken wird. Der ist nämlich fast überall gut.Selbst der Tee morgens beim Frühstück, der bereits zubereitet serviert wird.

Da wir ja noch ein paar Bestellungen aus Deutschland mitbekommen hatten – irgend so ein bestimmtes Haarzeugs fürs Töchtersche und Käse fürs Söhnsche, machten wir uns auf die Suche nach einer Drogerie. Wir haben da einfach mal in einem Laden auf der Royal Mile gefragt, ob sie uns einen nennen könnten. Die Verkäuferin schickte uns um die Ecke, auf eine der großen Straßen, da müsse eine sein.
In dieser Straße haben wir dann einen Laden für Friseurbedarf entdeckt. Leider hatten die das Gewünschte nicht da, aber die Verkäuferin war wirklich nett und hat im Internet nachgeschaut, welche Drogerie das Produkt führt. Und sie hat auch tatsächlich eine gefunden. Auf der Princes Street würden wir fündig werden. Wir also dahin. Leider hatten die es erst kürzlich aus dem Sortiment genommen und es ist nur noch online zu haben. Argh! Aber sie hat uns dann ein anders Produkt empfohlen, dass genauso gut wäre. Na gut, dann nehmen wir das.

Wir sind auf dem Weg dahin an einem Marks & Spencer vorbeigekommen, der hier auch eine Lebensmittelabteilung hat. Eine gute Quelle für Cheddarkäse! Wir also ab dahin. Den Weg zum Käse haben wir dann relativ schnell gefunden, aber leider lag der im Kühlregal und wir wollten den ja nach Deutschland mitnehmen. Der junge Mann, der dort Dienst hatte, hat sich dann mal schlau gemacht, wie wir das Problem am besten lösen. Er hat uns dann empfohlen, an der Kasse eine Kühltasche für den Käse zu kaufen. Da hätten wir auch selbst drauf kommen können. Tsk.
Auf dem Weg zur Kasse habe ich noch einen kleinen Schlenker durch die Abteilung mit den Backzutaten gemacht. Wir hatten sowohl in Irland als auch hier in Schottland immer wieder leckere Scones mit Rosinen gegessen. Da wollte ich doch mal schauen, ob die eine Backmischung dafür haben.
Normalerweise bin ich ja kein Fan von Backmischungen, aber ich habe bereits ein paar Mal probiert, Scones zu machen. Leider hatte ich meist zu viel Backpulver drin, das hat dann gerne mal vorgeschmeckt. Deshalb habe ich jetzt einfach zwei Packungen mitgenommen. Mal gucken, wie das schmeckt.

Nach einem kleinen Snack in der Cafeteria des Geschäftes haben wir uns noch ein wenig in den Klamottenabteilungen umgeschaut. Der britische Geschmack in Sachen Kleidung ist doch ein wenig anders als der unsere. Ich bin mir nicht sicher, ob das hier in Deutschland eine Frau kaufen würde:

Aber ich glaube, Marks & Spencer hat ja mal versucht, auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen und ist gescheitert. Wundern tut mich das nicht. 🙂

Danach ging es wieder rüber zur Royal Mile. Dort wollten wir ein wenig in den Geschäften stöbern und eventuell noch ein T-Shirt für mich und einen Poncho für Schatzi kaufen.
Wir sind von einem Souvenirladen in das nächste Fachgeschäft für Kashmir- und Lammwollstoffe und wieder in ein Souvenirladen gelaufen. Aber leider sind wir nicht erfolgreich gewesen. Die Ponchos waren entweder zu kurz oder zu hässlich oder zu teuer und die T-Shirts zu langweilig. Aus irgendeinem Grund sind gerade Shirts angesagt, auf denen der Name der Stadt so drauf steht, als hätte die Trägerin die Uni in dieser Stadt besucht. Völlig blöd. Es waren mal wieder die T-Shirts und Strampler für Kinder, die am tollsten waren. Unfair!

Zwischendurch sind wir über sehr steile Treppenstufen hinunter zum Grass Market geklettert und haben dort bei einem Italiener eine sehr leckere Pizza gegessen und guten Espresso bzw. Kaffee getrunken. Ach, war dat schön!!!

Gegen fünf ging es dann zurück nach Bathgate zum Hotel. Das Abendessen heute abend war zum Glück auch wieder gut.

Morgen vormittag werden wir dann zum Flughafen Glasgow gebracht, von wo es zurück nach Düsseldorf geht. Drückt uns mal die Daumen, dass wenigstens die Rückreise ohne Schwierigkeiten vonstatten geht!

Cheers!

Irland-Schottland Frühjahr 2017 – Tag 7

Auch heute waren wir wieder eine ganze Weile mit dem Bus unterwegs, um noch ein bißchen von Schottland zu sehen. Unsere erste Etappe führte uns zum Loch Lomond, der nur 23 km entfernt von Glasgow liegt. Am einen Ende des Sees, in Luss, haben wir angehalten und sind ein wenig herumgelaufen, haben uns die Landschaft, Touristeninfo und Shops angeschaut. Im Geschäft haben wir endlich mal einen Stand mit Eiscreme gefunden. Da haben Schatzi und ich uns doch gleich eine Kugel gekauft. Sehr lecker.
Ups, ich habe ja gar kein Foto gemacht. Aber es gibt im Internet auch viel bessere Bilder vom Loch, als die, die ich mit unserer kleinen Kamera machen könnte.

Dafür habe ich dann in Killin fotografiert, wo wir als nächstes einen Zwischenstopp eingelegt haben:

Den berühmten Wasserfall Falls of Dochart habe ich allerdings nicht geknipst. Wir hatten mal wieder andere Prioritäten (auf die Toilette gehen und so). Dort gibt es übrigens auch einen sehr beliebten Campingplatz und so blieb es nicht aus, dass wir den ein oder anderen Wohnwagen aus Deutschland vorbeifahren sahen.

Von dort aus ging es dann noch ein Stückchen weiter in Richtung Highlands. Im Städtchen Pitlochry stand die Besichtigung einer Destillerie an. In diesem Fall war es die Blair Athol Distillery. Schatzi und ich sind nicht mit auf die Führung durch den Betrieb gegangen. Wir hatten das auf unserer ersten Schottland-Reise schon gesehen und fanden das jetzt nicht so interessant. Stattdessen haben wir uns draußen ein wenig umgeschaut und die absurden Whiskyflaschen im Shop bewundert:


Nein, die beiden Flaschen haben wir nicht gekauft. Soviel Kleingeld hatten wir gerade nicht einstecken. 🙂

Hier noch ein paar Bilder:

So sehen übrigens die Stämme aller Bäume um die Destillerie herum aus. Das kommt von den Ausdunstungen bei der Lagerung des Whiskys. Sieht lecker aus, nicht wahr??

Den Nachmittag haben wir dann mit der Fahrt nach Sterling und einem Besuch des Sterling Castle verbracht oder besser gesagt: wir haben eine Zeitlang damit verbracht, uns vor dem Gewitter mit Starkregen und Hagel zu schützen. Zum Glück gab es beim Schloß einiges an Unterstellmöglichkeiten, wo wir einigermaßen trocken blieben. Soviel Glück hatte unser Bus leider nicht. In den ist an einer Stelle hinten so das Wasser reingelaufen, dass zwei Sitze gesperrt werden mussten. Das war jetzt nicht ganz so schlimm, da der Bus nicht voll besetzt ist. So konnte die Person, die dort saß, sich umsetzen.

Das eigentliche Schloß haben Schatzi und ich nicht besichtigt. Wir haben uns drau0en umgeschaut und nach dem Gewitter einen Blick auf Sterling runter geworfen. Da war ein sehr ungewöhnlicher Regenbogen zu sehen.


Obwohl: es war mehr eine Wand in Regenbogenform, also nicht so gebogen, wie frau es eher zu sehen bekommt. Cool.

Den Friedhof, der weiter unten lag, habe ich auch noch besucht:


Die ältesten Grabsteine dort sind von 1597, aber ich habe auch einen gesehen, da stand als Todesjahr 2014 drauf. Der Friedhof ist also wohl noch in Benutzung.

Nach einem in Schottland mit Butter und Milch hergestelltem Eis – Karamell, superlecker! – ging es zurück Richtung Glasgow und Edinburgh nach Bathgate, wo sich unser letztes Hotel für die Reise befindet. Zwei Nächte werden wir hier verbringen, wobei wir morgen noch Edinburgh besichtigen werden.

Unser Zimmer ist zwar ein wenig klein, aber wir haben endlich wieder ein Doppelbett und das Abendessen war auch mal wieder gut. Hier ein paar Bilder:

Der Fisch war etwas trocken, aber sonst war alles gut.
Morgen dürfen wir ein wenig länger schlafen. Dann werden wir das jetzt mal schnell tun.

Irland-Schottland Frühjahr 2017 – Tag 6

Nach einem kleinen Frühstück heute morgen um halb sechs ging es zum Hafen von Belfast, um mit der Fähre rüber nach Schottland, genauer gesagt: Cairnryan, zu fahren. Der Bus inklusive Busfahrer ist nicht mit auf die Fähre gekommen. So haben wir unsere Sachen aus dem Bus geholt, mussten aber zum Glück die Koffer nicht selbst mit an Bord schleppen. Sie wurden im Eingangsbereich einfach auf ein Förderband gepackt und fuhren dann allein ins Schiff hinein. Wir dagegen mussten laufen und als wir endlich auf der Fähre angekommen waren, waren wir uns nicht sicher, ob wir nicht schon die halbe Strecke nach Schottland gelaufen waren. Diese Rampe war schon ziemlich lang.
Die Fähre an sich war recht nett. Es gab mehrere Decks, einen Shopping-Bereich und auch Essensmöglichkeiten. Schatzi und ich hatten uns noch schnell im Wartebereich vor dem Zugang zum Schiff Kaffee und Cappucino geholt. Es war ja noch recht früh am Morgen und Kaffee und Tee beim Frühstück hatten definitiv nicht ausgereicht, um wachzuwerden.

Wir haben uns dann einen Platz auf dem obersten der zugänglichen Decks gesucht. Von dort hatte frau eine guten Blick auf die kleiner werdende nordirische Küste und dann später auf die näher kommende schottische Küste.
Zwischendurch haben wir uns auf dem Schiff noch eine Portion American Pancakes mit Ahornsirup und Bacon geteilt. Da konnten wir einfach nicht widerstehen. 🙂

Hier ein paar Bilder von der Fahrt:

Nordirland

Schottland

Wie Ihr seht, hatten wir heute ein Riesenglück mit dem Wetter. Es regnete nicht mehr und die Irische See war ruhig. Hin und wieder kam bei der Fahrt sogar die Sonne raus.
Nach ungefähr zweieinhalb Stunden sind wir in Cairnryan angelandet. Dort erwartete uns der neue Bus und der neue Busfahrer. Unser Gepäck war übrigens schon auf dem Gepäckband angekommen, als auch wir endlich von der Fähre runter waren. Der Weg war mindestens genauso lang, wie bei der Abfahrt.
Vom Fährhafen ging es entlang der schottischen Küste zunächst nach Ayr, von wo aus wir einen Blick auf Ayr Rock hatten, einem Felsen in der irischen See, auf dem niemand wohnt.

Mittlerweile hatten wir endlich strahlenden Sonnenschein und es sollte für den Rest des Tages so bleiben.

In Glasgow ging es zunächst in den alten Teil der Stadt, wo wir einen dreiviertelstündigen Aufenthalt am Museum der Weltreligionen hatten. Dort haben wir uns ein wenig umgesehen und auch eine Kleinigkeit gegessen. Im Garten des Museums stand übrigens ein sogenannter Clooty Tree, ein Bäumchen, an den jede und jeder ein Bändchen anbringen kann. Entweder als Gebet oder Wunsch. Eine alte Tradition, die überall auf der Welt verbreitet ist. Schatzi hat auch ein Bändchen angebracht.

Von dort aus konnten wir auch den berühmten Glasgow Necropolis sehen, den alten, viktorianischen Friedhof. Schon beeindruckend das Teilchen, wie es da so auf dem Hügel liegt.

Weiter ging es auf einer Stadtrundfaht, bei der wir viele Seiten von Glasgow kennengelernt haben. Sowohl die alten Bauten und Viertel als auch die Neubaugebiete. Eine Stadt voller Widersprüche. Als Schatzi und ich später in unserer Zeit zur freien Verfügung ein wenig durch die Innenstadt streiften, entdeckten wir, dass nur zwei Straßen weiter von der noblen Fußgängerzone mit den üblichen Marken, die es überall auf der Welt zu finden gibt, sich eine weitaus ärmlichere und bescheidenere Straße mit vielen Geschäften befindet. Das war schon leicht krass.

Wir waren auch noch in einem Buchladen, der zu einer Buchladenkette gehört, auf der Suche nach Büchern über lokale Frauen aus Glasgow. Aber das war leider nicht so einfach. Ich habe mir ein paar Titel aufgeschrieben. Die muss ich mir dann zuhause noch einmal näher anschauen.
Im Buchladen gab es im ersten Stock ein nettes kleines Café, in dem es fair gehandelten Kaffee und Tee sowie kleine Kuchen und Kekse in Bio und aus der Region gab. Das war ganz hübsch gemacht. Wobei mir die Ausstattung des Buchladens, desssen Filialen wir auch in Dublin und Belfast besucht hatten, mir sowieso ziemlich gut gefällt. Die verwenden dunkle Regale für die Bücher und überall sind kleine Tische mit Sondertiteln ausgestellt. Diese sind dann auch mit kurzen handgeschriebenen Kommentaren am Regal versehen. Ja, ich weiß, dass das eine Marketing-Strategie ist. Aber ich finde, das ist eine gute, die mich sofort anspricht. Der Laden wirkt dadurch persönlicher und erinnert leicht an Bibliotheken und frau wünscht sich, sie hätte auch so eine Bücherei zuhause. Geschickt gemacht, sage ich nur. Es funktioniert.
Hier noch ein paar Bilder aus der Stadt:

Gegen fünf ging es dann weiter nach Greenock zu unserem Hotel. Greenock wird auch als der Hafen von Glasgow bezeichnet, weil dort die Kreuzfahrtschiffe für Glasgow anhalten. Manche Kreuzfahrtgesellschaften behaupten ja, der Ort wäre nur einen Schritt weit von Glasgow entfernt, ich behaupte, 40 km sind ein klein wenig mehr als das.

Über das Abendessen schweige ich mich heute mal aus. Es war leider eine Zumutung, wir mussten auch noch in einem Seminarraum essen und es gab in Laufnähe auch keine andere Möglichkeit, was zum Essen zu finden. Wir hoffen doch sehr, dass sich das nicht auch noch im letzten Hotel unserer Reise so fortsetzt. Aber wir haben schon beschlossen, mit diesem Reiseveranstalter fahren wir nicht mehr fort. Günstige Preise hin oder her, aber Sparen kann auch übertrieben werden.

Morgen geht es nach Loch Lomond und Sterling und eine Destillerie besuchen wir auch noch. Das wird ein längerer Ritt. Deswegen höre ich jetzt auf mit dem Schreiben.